Biologisch 

Die Bezeichnungen „Öko“ und „Bio“ im Bio-Landbau sind seit 1993 von der Europäischen Union per Verordnung geschützt und dürfen nur von zertifizierten Lebensmittel-Erzeugungsbetrieben verwendet werden 

Die griechischen Silben "BIO" und "ÖKO", die Leben bzw. Umwelt bedeuten, werden gleichwertig benutzt. Beide werden im Zusammenhang mit Lebensmitteln gleichermaßen für Produkte, die nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus erzeugt und verarbeitet werden, verwendet.

Im Sinne des biologischen Landbaus orientieren sich die Pflegemaßnahmen am Bienenvolk an den natürlichen Bedürfnissen der Biene.

Auch konventionellen Imker, welche die gesetzlichen Bestimmungen einhalten, können einwandfreie Produkte produzieren. Bioimker unterziehen sich allerdings freiwillig zusätzlicher Kontrollen eines Bioverbandes. Der wesentliche Unterschied zur BioImkerei liegt in der Art und Weise des Umgangs mit den Bienen

Eine Zertifizierung wird von staatlich anerkannten Kontrollfirmen durch laufende Kontrolle der vorgegebenen jeweiligen Richtlinien nach einer gewissen Umstellungszeit vergeben.

Wie ist das nun bei der Bienenhaltung?

Für die Bienenhaltung gibt es eigene Richtlinien, die für eine Zertifizierung einzuhalten sind. In der Praxis geht es in erster Linie um die Bienen. Die Vorgaben haben aber auch eine Bedeutung für die Produktqualität.

Als erste und wesentliche Vorschrift unter anderem ist wohl die Verwendung von rückstandsfreiem Wachs anzuführen. In den letzten Jahrzehnten haben sich durch Anwendungen verschiedenster Medikamente zur Bekämpfung von Varroamilbe und Wachsmotte Anreicherungen in Form von Rückständen dieser Mittel im Bienenwachs gebildet. Diese Rückstände sind sehr stabil, das heißt: auch durch derzeitige Nichtanwendung problematischer Mittel werden diese Altlasten nicht abgebaut. Leider ist es daher eher der Regelfall belastetes Bienenwachs zu verwenden - auch wenn man selbst bereits keine Medikamente mehr einsetzt.

Ein verunreinigtes Wachs kann man nicht als naturnah bezeichnen. Es bildet eine Gefahr für die darin erzeugten Produkte, in erster Linie für Propolis und Wabenhonig. Die Rückstände im Wachs führen durch Dauereinwirkung zu einer weiteren ungünstigen Auslese der Varroamilbe (Resistenz).

Unser Betrieb verwendet seit vielen Jahren nur eigenes Wachs, wir kaufen kein Wachs zu und verarbeiten alles Wachs selbst im Betrieb. Damit können wir ausschließen dass Verunreinigungen ins Wachs kommen. Regelmäßige Rückstandskontrollen weisen das auch nach. 


Wir verwenden für unsere Bienenbeuten ausschließlich heimischen Holz (Fichte regionaler Herkunft, ungehobelt und 2. Qualität). Wir stellen die Beuten im Winter selbst in unserem Betrieb her. Die Beuten haben einen sehr einfachen Aufbau, weil wir überzeugt sind, dass die Bienen "hochveredelte" gewerblich hergestellte Kunstwerke nicht benötigen. In unserem Betrieb werden keine Lacke oder andere chemische Lösungsmittel verwendet. Nach unserer Erfahrung ist das auch wirklich nicht notwendig: unsere einfachen Beuten halten - solange sie von einem Bienenvolk bewohnt werden - nahezu ewig. Das Holz trocknet nach einem Regen durch die Wärme des Bienenvolks wieder rasch ab, Schimmel oder andere Pilze haben aufgrund des Propolis keine Chance. Wir haben Beuten die wesentlich länger als 10 Jahre bereits im Betrieb sind. Und geht man was zu Bruch, kann das meistens einfach repariert werden bzw findet am Ende des Lebenszyklus dann im Wachsschmelzofen nochmalige Verwendung. Ein sehr schöner Kreislauf.

Wir suchen die Aufstellorte unserer Bienenvölker nach nachhaltigen Gesichtspunkten aus und freuen uns aus Kooperationen auf viele Standplätze zurückgreifen zu können wo nachweislich seit Jahrunderten keine Form von gewerblicher Nutzung oder intensiver Landwirtschaft vorgenommen wurde. Natürlich ist das nicht immer möglich, aber doch  überraschend oft. 


Eine aktuelle Beschreibung was in Österreich unter BioImkerei verstanden wird kann ua hier im Detail nachgelesen werden.


Ist Bio-Honig automatisch ein Rückstandsfreier Honig?

Leider nein. Das ist sogar theoretisch gar nicht möglich, da niemand in einem derart abgeschlossenem System lebt, das garantieren kann, dass keine "Rückstände" gefunden werden können. Zumindest das Wasser dass die Bienen zu sich nehmen und die Luft die sie einatmen sind kaum beeinflussbar. Und natürlich ist auch nicht direkt beeinflussbar wohin die Bienen zum Pollen und Nektarsammen fliegen. 

Die Bio-Richtlinie schreibt daher auch primär die vom Imker beeinflussbaren Faktoren vor.  Grenzwerte sind durch die Lebensmittelcodex ohnehin vorhanden.  


Die Analysetechnik schreitet voran, es sind mittlerweile auch extrem kleine Mengen von Rückständen nachweisbar. Die Analysetechnik im Bereich von Honig ist weit fortgeschritten, weil leider international große Mengen an "Verfälschungen" und "Rückständen" vorliegen.  Die Fortschritte in der Analysetechnik finden wir gut - auf der anderen Seite gibt es damit heute praktisch gar keinen völlig unbelasteten Honig mehr.  Das ist halt einfach so und es hat auch unsere Erachtens keinen Sinn das zu fordern, weil es dann praktisch gar keinen Honig mehr geben wird - oder in ein paar Jahren wenn die Analysetechnik wieder um den Faktor 10 oder 1000 genauer geworden ist... Honig ist ein Naturprodukt und damit ein Abbild unserer Umgebung. Das ist in Österreich nichts schlimmes, aber es ist auch kein Hochreinraum.


Macht Bio dann überhaupt eine Sinn? Unsere Erachtens absolut, weil das die sinnvollerweise beeinflussbaren Faktoren zur naturnahen Bienenhaltung und zur sichereren Produktion von Nahrungsmittel behandelt. Es wird das vorgeschrieben (und überprüft), was sinnvollerweise gemacht werden kann.  Daher sind wir voll Überzeugung Bio!